25.09.2019, von THW Havixbeck

Gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Laer

Wärmebildkamera im Nahbereich sehr wirkungsvoll, Menschenkette für kleinere Suchbereiche sinnvoll, Rettungshund in großen Gebieten extrem schnell

Nachdem vor 2 Wochen die Präsentation des THW durch die THW Ortsverbände Havixbeck und Greven bei der Feuerwehr Laer durchgeführt wurde, stand am gestrigen Dienstabend eine gemeinsame Übung auf dem Programm. Aus Havixbeck hatten sich der Zugtrupp, die erste Bergungsgruppe inkl. dem 50 KVA Aggregat und die Fachgruppe Ortung auf den Weg nach Laer gemacht.  Gemeinsam hatten Feuerwehr und THW die Übung vorbereitet. 2 vermisste Personen nach Unwetterlage in einem Waldgebiet lautete das Einsatzstichwort.

In der Feuerwache in Laer erläuterte die Übungsleitung den Führungskräften beider Organisationen die Lage und gab den Einsatzauftrag weiter. Nach kurzer Absprache wie die Fahrzeugaufstellung und das Einrichten der Einsatzstelle vorgenommen werden sollte, machten sich alle in geordneter Reihenfolge auf den Weg nach Holthausen. Dort war ein ca. 44.000 Quadratmeter großes Waldstück vorbereitet. Schnell wurde dieses in 2 Abschnitte aufgeteilt. Zum einen der für das THW mit der biologischen Suche, zum anderen für die Feuerwehr mit einer Menschenkette für die Flächensuche. Das Ausleuchten der Einsatzstelle wurde mittels 2 Feuerwehrfahrzeugen und dem THW Notstromaggregat umgesetzt. Diese Fahrzeuge verfügen über einen eingebauten Lichtmast und so konnte der  Materialeinsatz gering gehalten werden. Schnell konnte mit der Suche gestartet werden. Die Wärmebildkamera wurde in dem einem Teilstück vorab eingesetzt. Die Feuerwehr musste jedoch bis auf knapp 10 Meter an die vermisste Person vordringen, um auf der Kamera eine Wärmequelle zu erkennen. Dies war aber mit einem Zeiteinsatz von knapp 10 Minuten eine einfache und sinnvolle Möglichkeit. Dann galt es für die Menschenkette und den Hund mit der Suche zu starten. Zeitgleich ging es los. Nach wenigen Minuten hörte man auch schon den Hund bellen. Dieser hatte jedoch die „falsche“ Versteckperson gefunden. Da er einen etwas größeren Bewegungsradius hat und eine Fährte aufgenommen hatte war er in den Suchbereich der Menschenkette gelaufen. Unter Einsatzbedingungen wäre dies natürlich ein Erfolg gewesen. Hier wurde der Hund jedoch zurück gerufen, womit dieser erst nicht einverstanden war, dann aber doch wieder in „seinen“ Suchbereich zurückkehrte. In der sogenannten Vorraussuche (Einfach gesagt: Schlangenlinien) arbeitete sich der Hund mit Hundeführerin Stephanie Jansen durch den Wald. Dabei hatte sie Mühe durch den starken Bewuchs und das Unterholz ihrem Hund Hope zu folgen. Per Live Tracking mittels GPS Geräten, welche aktuell erprobt und getestet werden, verfolgten Stephan Mondry, Gruppenführer der Fachgruppe Ortung und Benedict Hülsken, Zugführer des THW den Weg des Hundes und der Hundeführerin, und konnten hier nachsteuern wenn diese sich zu weit in das „falsche“ Suchgebiet bewegten. Nach einigen Minuten fand die Menschenkette der Feuerwehr die Person in ihrem Bereich und begann mit der Rettung. Einige Minuten später ertönte dann auch das Bellen des Rettungshundes, welcher nun auch die „richtige“ Person gefunden hatte. Die schon parat stehenden Helfer der 1.Bergungsgruppe, ebenfalls mit GPS ausgestattet, konnten sofort via Funk zu der gefundenen Person gelotst werden. In dieser Übung nicht zwingend notwendig, aber gerade bei größeren Flächen eine sinnvolle Sache. Nachdem beide Personen gerettet waren, führten alle eine kurze Nachbesprechung durch. U.a. die Kommunikation mittels Digitalfunk zwischen Feuerwehr und THW haben gut funktioniert und auch sonst gab es kaum etwas auszusetzen. Auch stellten die Helfer der Fachgruppe Ortung mittels Laptop die Ergebnisse bzw. den Suchverlauf des Rettungshundes vor. Alle Beteiligten zollten dem gemeinsamen Übungsabend ein positives Fazit. Abschließend ging es zu einem weiteren Austausch, Bratwurst und Kaltgetränke, zum Feuerwehrgerätehaus in Laer. Vielen Dank für einen sehr interessanten gemeinsamen Übungsabend und die gute Organisation.

 Hier noch ein paar Daten aus der GPS Auswertung:

Suchgebiet: Waldgebiet mit Unterholz

Gesamt Suchgebiet = ca. 44.000 qm

THW Suchgebiet = ca. 27.000 qm

Feuerwehr Suchgebiet = ca. 17.000 qm

Daten Hundeführer Steffi Jansen (blau):

Gesamt Suchzeit = ca. 26 Minuten

Laufstrecke = ca. 0,7 km

Durchschnitt Geschwindigkeit = ca.1,5 km/h

Daten Rettungshund Hope (rötlich):

Gesamt Suchzeit = ca. 26 Minuten

Laufstrecke = ca. 2,2 km 

Max. Geschwindigkeit = 31 km/h

Durchschnitt Geschwindigkeit =  ca.5 km/h

grün = Rettungstrupp der Bergungsgruppe

 

 


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